Leonard Warren (* 21. April 1911 in New York City; † 4. März 1960 ebenda) war ein amerikanischer Bariton.
Warren wurde in den USA geboren, stammte aber von russischen Vorfahren ab, deren Nachname
Warenoff amerikanisiert wurde, als Leonard Warrens Vater in die Vereinigten Staaten übersiedelte. Warren war ab 1935 Mitglied des Radio City Musical Chors; 1938 bekam er ein Stipendium, das ihm das Studium in Italien ermöglichte. Im gleichen Jahr debütierte er an der Metropolitan Opera mit Auszügen aus
La Traviata und
Pagliacci, seine erste wirkliche Opernrolle war 1939 der
Paolo in
Simon Boccanegra. Warren wurde schnell zum Publikumsliebling und trat in vielen amerikanischen Opernhäusern auf, aber auch in der Scala in Mailand (1953) und auf einer Tournee durch die UdSSR 1958. Er galt als vorzüglicher
Verdi-Interpret. Erfolge feierte er u. a. als
Tonio in
Pagliacci, als
Escamillo in
Carmen und als
Scarpia in
Tosca. Ein Kollege sagte, um ihn zu charakterisieren, Warren habe Schmerzen verursacht - nämlich durch sein Beharren auf seinem eigenen Willen in allen künstlerischen Belangen, den er seiner Umgebung aufzwang - aber seine großartige Stimme habe die Betroffenen dafür entschädigt.
1960 brach er in New York auf der Bühne zusammen, als er – Ironie des Schicksals – gerade die Arie
Urna fatale dal mio destino in der Oper
La forza del destino sang, und starb an einer Gehirnblutung.